Geburtsstunde unseres Vereins war der 23. Juni 1929. Geburtsort war die damalige Ratsstube (heute Feuerbacher Hof) direkt neben dem Rathaus. Die sportbegeisterten Feuerbacher Geburtshelfer wollten natürlich, dass der Verein den Namen ihrer Heimatstadt trägt. (Die Feuerbacher Eingemeindung zu Stuttgart war erst am 1. Mai 1933)
In der damaligen Satzung des Deutschen Keglerbundes mit Sitz in Wernigerode gab es einen Passus der besagte, dass Clubs mit weniger als 50 Mitglieder, dem nächstliegenden Verein angeschlossen werden sollten. Da dieses vor allem den Geschäftsleuten und Gewerbetreibenden in Feuerbach nicht passte, entschloss man sich damals, einfach für die noch an der runden Zahl 50 fehlenden Mitglieder die Beiträge zu zahlen, sodass es zur Vereinsgründung reichte. Der Verein erhielt den Namen "Keglerverband Feuerbach und Umgebung"
Damaliger 1. Vorsitzender war Albert Schmid bis 1934.
Zu dem Verein stießen weitere Clubs aus anderen Stuttgarter Stadtteilen und sogar aus Leonberg. Bis zur erneuten Rezession 31/32 mit 6-7 Millionen Arbeitslosen lief alles gut. Vereinsmitglieder waren hiervon natürlich auch betroffen. Für die sozial schwächeren kamen oftmals andere für die Beiträge auf und auch die Speisen- und Getränkekosten übernahmen manches mal andere.
Gekegelt wurde in verschiedenen Gasthäusern auf sogenannten württembergischen Lattenbahnen.
Ab 1935 übernahm Erwin Mönch die Vereinsführung. Da es wirtschaftlich aufwärts ging, wurde kaum eine Gelegenheit versäumt, um Keglerausflüge zu starten. Von denen schwärmten die Vereinsveteranen noch Jahrzehnte lang. (nette Episode. Schade, dass die jetzt -2010- noch nicht wieder eingeführt wurde) Ab 1937 wird die Politisierung des Sports immer deutlicher, und sie macht auch vor dem Kegeln nicht halt. Die Kugeln werden zwar immer noch ganz konventionell gespielt, aber überall tauchen die Embleme dieser Zeit auf und es gibt gesellschaftliche Veränderungen. (Anm. des Verfassers: die letzten beiden Sätze sind ungekürzt aus dem genannten Buch. Da ich keine Zeitzeugen kenne, kann ich diese Aussage auch nicht beurteilen...) Mit den Meisterschaftsehrungen ging in dieser schlimmen Zeit aufwärts. Jetzt gab es Uhren, Becher und beim Preiskegeln sogar Standuhren, Polstermöbel, Rohrmöbel, Fahrräder und vieles mehr.
Diese "Aufwärtsentwicklung" erhielt mit Ausbruch des 2. Weltkrieges ein jähes Ende. 90% aller Vereinsmitglieder wurden eingezogen. Das Vereinsleben glimmte quasi nur noch auf Sparflamme. 1941 konnte man noch von einer Meisterschaft und einem, wenn auch bescheidenen, Ausflug berichten. Da der Verein ab 1939 praktisch keinen Vorstand mehr hatte, konnte man dankbar sein, dass es ein paar Männer gab, die den Verein noch am Leben hielten. Nach dem Krieg kam das Vereinsleben komplett zum erliegen. Stuttgart war zu 70% zerstört oder beschädigt, Hunger und Elend bestimmten das Bild. Den endgültigen Schlusspunkt setzte das Auflösungsdekret durch die amerikanische Militärregierung, als am 8.Mai 1945 die totale Kapitulation dem Krieg ein Ende machte.
Über zwei Jahre lang bemühten sich die nimmermüden Mitglieder, an der Spitze Karl Lindacher, um eine Wiederzulassung ihres Vereines. Endlich, am 12.Oktober 1947, erteilte die Militärregierung die Genehmigung und damit war die Wiedergeburt möglich. Trotz zerstörter Bahnen kamen alle einzelnen Clubs wieder auf die Beine. Gespielt wurde oft auswärts in Ludwigsburg, Ruit und auch auf einer Armeebahn der Amerikaner. Die Siegerpreise gab es in Naturalien wie Hühner, Hasen und Ferkel. Es ging wieder bergauf die Mitgliederzahl stieg. Ein persönliches Verhältnis zwischen den Mitgliedern wollte allerdings nicht so richtig aufkommen. Als die Vereinsführung meinte, die Zügel kürzer zu führen, kamen Differenzen auf. (Wer sagt, wer wo spielt usw.) Es kam zum Bruch und zur Gründung eines zweiten Vereins unter den Namen SKV-Stuttgart-Nord. Nun gab es den KV-Feuerbach/Weilimdorf mit ca. 140 Mitglieder und den SKV-Stuttgart Nord mit ca. 60 Mitgliedern. Zwei Vereine mit einer gemeinsamen Vergangenheit ohne nennenswerte Erfolge dümpelten so dahin.
In den Jahren 1959/60 übernahmen nun unbefangene, an der Trennung unbeteiligte Mitglieder die Leitung. Beide Vereine versuchten festen Boden unter die Füße zu bekommen und sich jeweils eigene Bahnanlagen zu schaffen. Da dies keinem gelang, bewegten sich beide Vereine wieder aufeinander zu. Am 17. Juni 1964 war es dann soweit. Nach sechsjährigem Alleingang wurden die Clubs wieder eine Einheit. Das Kegeln fand auf 7-8 verschiedenen Anlagen statt. Um eine Abwanderung der Mitglieder zu vermeiden, musste eine eigene Anlage geschaffen werden. Es wurden verschiedene Projekte in Betracht gezogen, wie einen Platz in Ditzingen oder ein altes Kino anmieten und dort Bahnen einbauen. Keiner dieser Pläne ließ sich verwirklichen. Erst auf Anregung des Sportpioniers Wilhelm Braun ergab sich eine Gelegenheit im geplanten Sportzentrum im Föhrich in Feuerbach unterzukommen. Es wurde ein 9-köpfiger Bau- und Verwaltungsausschuss gegründet.
Alle Anstrengungen und Mühen wurden belohnt. Im Februar 1970 kam es zum ersten Spatenstich am eigenen Kegelzentrum. Rund ein Jahr später, am 12. Februar 1971 rollten zum ersten Mal wieder Kugeln unserer Sportkegler in Feuerbach. Eine Domäne der kommerziellen Betreiber wurde durchbrochen: ein Verein verfügte nun über eigene Bahnen. Parallel zur Mitgliederzahl (800 Mitglieder) wuchs auch das Leistungsniveau. Dieses wurde in Württemberg eindeutig von Stuttgart Nord bestimmt. Aus unseren Reihen gingen Cupsieger, Europameister und sogar Weltmeister hervor.
Die Verantwortlichen gingen durch die Trennung von den kommerziellen Kegelbahnenbetreibern zur eigenen Sportanlage ein hohes Risiko ein. Im Laufe der Zeit zeigte es sich aber, dass dieser Schritt absolut richtig war. Mitte der siebziger Jahre war die Kapazität der Anlage bereits erschöpft, ein Mitgliederstop musste verhängt werden. Unser Heim muss größer werden war nun das Motto. Es wurde wieder ein Bau- und Verwaltungsausschuss gegründet.
Alle Hürden wurden genommen und es entstand eine Anlage mit 24 Bowling- und 16 Asphaltbahnen. Eine tolle Leistung!
Grün-Weiß wurde 1966 gegründet und bei der KSVg Stuttgart-Nord als selbsständiger Club angemeldet. Zunächst spielten die Damen nur gegen die Damenmannschaft aus Sindelfingen. Später traten aus verschiedenen Clubs 2. und 3. Männermannschaften an. Als Jugendliche eintraten und auch die Mannschaft sich mit guten Spielerinnen verstärken konnten, ging es aufwärts und es wurde eine 2. Mannschaft in der Bezirksliga angemeldet. 1975 stieg die 1. Mannschaft in die Landesliga auf. Renate Hölle war die auffälligste Spielerin dieser Zeit. Für ihre Erfolge (drei mal Europameisterin und Weltmeisterin) wurde sie vom damaligen OB Rommel und vom Sportbund mehrmals geehrt und ausgezeichnet. Als Höhepunkt ist die Überreichung des Silbernen Lorbeerblattes durch den damaligen Innenminister Baum 1978 zu verzeichnen.
Der Club enstand 1977 durch eine Fusion I. KC Zuffenhausen und Eintracht Feuerbach. Ziel der Fusion war es, die neu gegründete Bundesliga zu erreichen. Durch die Einführung eines 2. Trainingsabends konnte die Leistung derart gesteigert werden, dass bereits im 1. Jahr (1977/78) die Bundesliga erreicht wurde. Insgesamt nahmen damals 4 Mannschaften am Spielbetrieb teil. Der Club I setzte sich aus 30 aktiven, 4 passiven und 4 männlichen Jugendlichen, letztere konnten bereits bei den Aktiven mit eingesetzt werden.
Der KSVG Stuttgart Nord Club II entstand mit dem Zusammenschluß der Clubs Nordstern Zuffenhausen und BKC Schwaben Stuttgart im Jahre 1977. Der BKC entstand auf Initiative von Sportkameraden, die das Bäckerhandwerk erlernt haben. Gegründet wurde der BKC Schwaben Stuttgart 1972 und hatte somit noch keine allzu große Erfolge vorzuweisen. Der KC Nordstern Zuffenhausen wurde 1955 gegründet und hatte 1977 schon achtbare Erfolge vorzuweisen.
Die Rot-Weißen gingen 1950 aus einer Anzahl Gleichgesinnter hervor, die in einer Jugendgruppe tätig waren. 1955 bot sich die Gelegenheit auf einer gut bespielbahren 2-Bahnen-Anlage des Eisenbahner-Sportverein ihren Sport nachzugehen. Sie schlossen sich dem WSKV an und betrieben das Sportkegeln sozusagen nebenbei. Im Vordergrund stand noch viele Jahre das Unterhaltungsspiel. Anfang der 70iger Jahre wurde erkannt, dass, um sportlich mitreden zu können, auch etwas getan werden muss. An den Übungabenden wurden jetzt ausschließlich 100 Wurf gespielt. Um sportlich weiter zu kommen schloss sich der Club 1978 den Hauptverein Stuttgart-Nord an.
Bereits vor 1971, also vor Erstellung des Kegelzentrums, waren in den einzelnen Clubs schon Jugendliche, die erfolgreich am Sportkegeln teilnahmen. Franz Werner Härle wurde 1967 Deutscher Jugendmeister und Renate Hölle 1972 zweite Deutsche Jugendmeisterin. Nach Eröffnung des Kegelzentrums kamen die ersten weiblichen Jugendlichen. Zu nennen ist hier Mirdza Barzdainis, die bis heute dem Verein treu geblieben ist. Nachdem immer mehr Jugendliche in den Verein eintraten, musste sich nach einem Trainer umgesehen werden. Zunächst übernahm Bruno Barzdainis diese Aufgabe. Später übernahm Jürgen Hölle diese Aufgabe. Nachdem immer mehr Jugendliche den Spaß am Kegelsport für sich entdeckten, wurde der Trainerstab mit Rainer Berger, Helmut Zeder, Rolf Karl verstärkt.